Collection Helmut, Duisburg

 
Wie ich ein "Makonde-Liebhaber" wurde:

Schon in den frühen 70er Jahren wurde in mir die Leidenschaft zu den außergewöhnlichen Schnitzereien des Makonde-Stammes geweckt. Eine Ausstellung dieser Kunstwerke in Kevelaer, in der Dr. Max Mohl jene geheimnisvollen Holzskulpturen einem staunenden Publikum vorstellte, begeisterte mich spontan und nachhaltig. Noch bevor die Makonde-Künstler zu Weltruhm gelangten, zierten bereits mehrere Exemplare ihrer seltsamen Skulpturen die Wohnräume meines Bungalows. Viele meiner Schätze habe ich von einem alten Pfarrer aus Sorsum erworben, der einer meiner besten Freunde wurde. Christian Straub hatte aus einer alten Scheune das Afrika-Manyatta geschaffen, in dem er die größte Makonde-Ausstellung präsentierte, die ich je gesehen habe. Dort wurde ich zum oft und gern gesehenen Gast und zu einem guten Kunden. Später besuchte ich auch Max Mohl in seinem Afrika-Haus in Wiesenbach in der Nähe von Heidelberg. Voller Sehnsucht denke ich noch immer an die schönen Stunden, wo wir bei einem oder mehreren Gläschen Trollinger beisammen saßen, während das Feuer im offenen Kamin flackerte. Seit dieser Zeit habe ich nie wieder einen Menschen kennengelernt, der so spannend und mitreißend erzählen konnte wie Max Mohl, der bekannte Autor vieler ausgezeichneter Bücher über die Meisterwerke der Makonde.

 
Meisterwerke der Makonde:

Jede Makonde-Skulptur ist einmalig! Der unregelmäßige Wuchs des Ebenholzes zwingt den Schnitzer, seine Phantasien den Formen dieses harten, knorrigen Holzes anzupassen. Er muss erspüren, welche Märchen und Sagen, welche Wünsche und Hoffnungen, welche Dämonen und Fabelwesen er aus diesem Material herausschnitzen kann. Die alten Makonde-Künstler verstanden das meisterhaft! Von ihren Ideen geradezu besessen, oft von Geistern und Dämonen inspiriert, schufen sie unter der Glut der afrikanischen Sonne Kunstwerke, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Diese geheimnisvollen Schnitzereien aus dem Schwarzen Kontinent strotzen vor Kraft und Phantasie! Manche Skulptur birgt ein Geheimnis, das selbst ich, als alter Kenner der Makonde-Kultur, nicht immer entschlüsseln kann. Aber darin liegt für mich der Reiz! Viele Sammler sind stolz auf ihre Skulpturen, in deren Fuß Namen wie Dastani oder Chanuo eingeritzt sind. Auch ich besitze einige dieser Kunstwerke. Aber ich besitze außerdem wunderschöne Schnitzereien, die nicht signiert sind. Der Grund ist einfach: Die ältesten Makonde-Schnitzer konnten nicht lesen und nicht schreiben. Aber trotzdem oder gerade deswegen spiegeln sich in ihren Skulpturen die alten Legenden und Sagen ihrer Ahnen, unverfälscht und ausdrucksstark!

 
Makonde-Figuren heute??

Alle die Schnitzer, die den Ruhm des Makonde-Stammes begründet hatten, sind tot. Die Zahl der Meisterwerke - ob Ujamaas oder Shetanis - wird sich deswegen nicht mehr vergrößern. Alle Sammler, die solche alten Schnitzereien besitzen, können stolz sein; denn ihre "Schätze" zählen jetzt schon zu den erregendsten Stücken moderner Kunst. Was ist nun aus der Makonde-Kunst geworden? Das heutige Zentrum der Makonde-Schnitzer ist in Daressalam. Dort sitzen sie in großen Werkstätten und produzieren meist kleinere Schnitzarbeiten, die dem Geschmack der Masse entsprechen und die bei der Heimreise in die Koffer der Touristen passen. Gewiss kann man auch heute noch manche schöne Makonde-Skulptur erwerben, wenn man den richtigen Blick dafür hat. Es gibt auch unter den lebenden Schnitzern noch Individualisten, die an die Tradition der alten Meisterschnitzer anknüpfen wollen. Christliche Motive wie zum Beispiel Krippen oder Kreuzigungsszenen haben nichts mehr mit der alten Makonde-Kultur zu tun. Diese Sachen werden vielfach auf Missionsbasaren feilgeboten. Wer sie schön findet, soll sie auch kaufen, solange er sich danach nicht als Sammler von Makonde-Skulpturen rühmt.

 

 

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